KoKi on tour – Besuch der St. Mary’s Cathedral in Tokyo
von Pfarrer Mirco Quint
Heute (Samstag, 31. Januar 2026) machten sich unsere Kommunionkinder gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern erneut auf den Weg, um einen besonderen Ort des Glaubens in der Metropole Tokyo-Yokohama zu entdecken. Dieses Mal führte uns die Tour zur St. Mary’s Cathedral im Tokyoter Stadtteil Sekiguchi – der Kathedrale der Erzdiözese Tokyo und zugleich der ranghöchsten katholischen Kirche Japans.
Schon von außen beeindruckt das Gebäude mit seiner futuristischen, fast schwebenden Architektur. Doch hinter der glänzenden Edelstahlfassade verbirgt sich eine bewegte Geschichte – und eine bemerkenswerte Verbindung nach Deutschland, genauer gesagt: zur Erzdiözese Köln.
Die Verbindung nach Köln – ein weltkirchliches Band
Als die Erzdiözese Tokyo nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Kathedrale plante, fand sie in der Erzdiözese Köln einen starken Partner. Köln unterstützte den Wiederaufbau organisatorisch und finanziell und war maßgeblich am internationalen Architekturwettbewerb beteiligt, der 1960 ausgeschrieben wurde.
Dass ausgerechnet Köln – Heimat einer der berühmtesten Kathedralen der Welt – beim Wiederaufbau der Tokioter Kathedrale mitwirkte, ist ein eindrucksvolles Zeichen weltkirchlicher Verbundenheit.
Diese Verbindung ist bis heute sichtbar: In der St. Mary’s Cathedral wird eine Reliquie der heiligen Drei Könige aufbewahrt, ein Geschenk aus Köln. Die vollständigen Reliquien werden im Kölner Dom verehrt – jenem Ort, der für viele deutsche Christinnen und Christen ein spirituelles Zentrum ist.
Für unsere Kommunionkinder war das ein besonderer Moment: Vor gerade einmal zwei Wochen waren sie selbst als die „Heiligen Drei Könige“ unterwegs, als Sternsingerinnen und Sternsinger der Aktion 2026. Nun standen sie vor einer Reliquie jener Könige, deren Rollen sie so engagiert verkörpert hatten. Ein Kreis, der sich auf schöne Weise schloss.
Ein Meisterwerk der Moderne: Kenzo Tanges Kathedrale
Der Wettbewerb zum Bau der heutigen Kathedrale wurde vom japanischen Architekten Kenzo Tange gewonnen. Sein Entwurf – acht geschwungene Betonwände, die sich zu einem Kreuz erheben – gilt bis heute als Ikone moderner Sakralarchitektur.
Der Innenraum, schlicht und lichtgeführt, beeindruckte die Kinder besonders. Viele staunten, wie anders eine Kirche aussehen kann und wie vielfältig die Ausdrucksformen des Glaubens weltweit sind.
Ein Ort, der verbindet
Unser Besuch machte deutlich: Die St. Mary’s Cathedral ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für die weltweite Gemeinschaft der Kirche.
Die Reliquie aus Köln, die Unterstützung beim Bau der Kirche, die Sternsingererfahrung unserer Kinder – all das zeigte, wie Glaube über Kontinente hinweg Menschen verbindet.
„KoKi on tour“ hat uns heute nicht nur zu einem beeindruckenden Bauwerk geführt, sondern auch zu einer Geschichte von internationaler Freundschaft und von lebendigem Glauben.







Kommentar schreiben