Impuls zum Sonntag – Worte, die berühren

Jeder Sonntag ist ein neuer Anfang. In der Liturgie, im Evangelium, in der Begegnung mit Gott und miteinander liegt ein Moment der Tiefe – ein Ruf, innezuhalten und sich neu auszurichten.

 

Unsere „Impulse zum Sonntag“ möchten diesen Moment begleiten: mit kurzen geistlichen Gedanken, mit Fragen, die nachklingen, mit Bildern, die Herz und Verstand berühren. Sie sind kein Kommentar, keine Predigt – sondern eine Einladung, das Wort Gottes in das eigene Leben hineinzuhören.

 

Wie der erste Lichtstrahl, der durch das Shoji-Papier fällt und den Raum still erhellt, so möchten unsere Impulse Lichtpunkte setzen – leise, klar, offen für das, was kommt.

 

Ob Sie regelmäßig mitlesen oder nur gelegentlich vorbeischauen: Wir freuen uns, wenn Sie sich inspirieren lassen. Denn manchmal genügt ein Satz, um den Tag anders zu beginnen.


11. Sonntag im Jahreskreis (A) - 14. Juni 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“

Im Evangelium dieses Sonntags sendet Jesus seine Jünger aus. Nicht als Experten, nicht als Perfekte, sondern als Menschen, die selbst erfahren haben, was es heißt, gehalten zu sein. Er erinnert sie daran, dass alles, was sie weitergeben, zuerst Geschenk ist: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“ Es ist ein Satz, der entlastet. Er sagt: Der Glaube beginnt nicht bei unserer Leistung, sondern bei Gottes Zuwendung.

 

Jesus sieht die Menschen, die zu ihm kommen – müde, suchend, orientierungslos. Und er hat Mitleid mit ihnen. Dieses Mitleid ist kein Gefühl, sondern eine Bewegung: Er sendet seine Jünger, damit sie heilen, aufrichten, stärken. Damit sie weitergeben, was sie selbst empfangen haben.

 

Für unsere Pfarrei in Japan ist dieser Gedanke sehr konkret. Viele leben zwischen Kulturen, Sprachen und Erwartungen. Und doch entsteht hier eine Gemeinschaft, die trägt – weil Menschen einander Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen schenken.

 

Am heutigen Sonntag, 14. Juni 2026 wird die Heilige Messe um 10.30 Uhr musikalisch vom MichaelChor mitgestaltet, unter der Leitung von Mert Solmaz. Ihre Musik öffnet Räume, in denen diese Botschaft hörbar wird: dass Gott uns beschenkt – und dass wir aus diesem Geschenk leben dürfen.

 

Der 11. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu wahrzunehmen, was wir empfangen haben – und es mit offenen Händen weiterzugeben.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


10. Sonntag im Jahreskreis (A) - 7. Juni 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Ich will Liebe, nicht Opfer“

Im Evangelium dieses Sonntags begegnet Jesus Menschen, die sich schwer tun mit seiner Offenheit. Er sitzt mit Zöllnern und Sündern am Tisch – mit denen also, die andere lieber auf Abstand halten würden. Und er sagt einen Satz, der bis heute herausfordert: „Ich will Liebe, nicht Opfer.“ Damit stellt Jesus klar: Gott sucht nicht Perfektion, sondern Beziehung. Nicht äußere Formen, sondern ein Herz, das offen ist.

 

Für uns als Ausländer in Japan Lebenden ist das ein vertrauter Gedanke. Jeder erlebt hin und wieder, dass man sich beobachtet fühlt, bewertet oder nicht ganz zugehörig. Jesu Wort sagt: Gott sieht zuerst das Gute, das Wachsende, das Hoffende. Er lädt ein, nicht zu trennen, sondern zu verbinden.

 

Heute feiern wir wieder einen FamilienGottesdienst. Die Kinder erinnern uns daran, dass Glaube nicht kompliziert sein muss. Er beginnt im Vertrauen, im Staunen, im Miteinander.

 

Der 10. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu hinzuschauen: Wo können wir Liebe leben statt Erwartungen zu erfüllen? Wo können wir Menschen Raum geben statt Grenzen zu ziehen? Wo können wir – wie Jesus – Gemeinschaft ermöglichen, die trägt?

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Fronleichnam (A) - 4. Juni 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Gott ist ein Gott der Nähe

Fronleichnam ist ein Fest, das nicht zuerst erklärt, sondern erfahren wird. Es geht um die Zusage: Gott bleibt bei uns. Nicht abstrakt, nicht weit entfernt, sondern konkret – im Brot, das wir teilen, und in der Gemeinschaft, die daraus wächst. Jesu Worte im Evangelium – „Mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise“ – wirken sperrig und zugleich befreiend. Sie sagen: Gott will uns nicht nur erreichen, sondern berühren, nähren, stärken.

 

In vielen Ländern prägen große Prozessionen dieses Fest. Bei uns in Tokyo feiern wir Fronleichnam anders: konzentriert, stiller, ohne äußeren Aufwand. Und gerade dadurch wird der Kern sichtbar. Wir feiern einen Gott, der mitgeht in unseren Wegen zwischen Kulturen, Sprachen und Lebenswelten. Einen Gott, der uns zusammenführt, ohne uns gleichzumachen.

 

Die Heilige Messe am Abend des Fronleichnamsfestes feiern wir um 19.00 Uhr gemeinsam mit der französischsprachigen Gemeinde — bilingual. Diese gemeinsame Feier zeigt, was Fronleichnam meint: Christus verbindet. Er schafft Gemeinschaft, die über Herkunft und Sprache hinausgeht. Er ist mitten unter uns, im Brot, das wir brechen, und in der Nähe, die daraus wächst.

 

Fronleichnam lädt uns ein, diese Gegenwart wahrzunehmen: im Hören, im Teilen, im einfachen Dasein füreinander.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Dreifaltigkeitssonntag (A) - 31. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

"Gott, der Beziehung ist”

Der Dreifaltigkeitssonntag steht unmittelbar nach Pfingsten. Er fasst nicht zusammen, sondern öffnet: Er zeigt, wie Gott sich zeigt – nicht als Idee, nicht als System, sondern als Beziehung. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind keine drei Teile, sondern drei Weisen, wie Gott uns begegnet: schöpferisch, menschennah, belebend.

 

In der Lesung hören wir von einem Gott, der „barmherzig und gnädig“ ist. Im Evangelium spricht Jesus von der Liebe Gottes, die die Welt nicht verurteilt, sondern rettet. Und Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass Gottes Gegenwart sich in Gnade, Liebe und Gemeinschaft zeigt. Diese drei Worte sind keine Definition, sondern Erfahrung.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist diese Perspektive besonders wertvoll. Viele leben zwischen Sprachen, Kulturen und Lebenswelten. Der Dreifaltigkeitssonntag sagt uns: Gott ist kein abgeschlossener Punkt, sondern ein Beziehungsraum. Ein Gott, der verbindet, nicht trennt. Ein Gott, der Menschen zusammenführt, ohne sie gleichzumachen.

 

Die Dreifaltigkeit lädt uns ein, Gott nicht zu erklären, sondern ihm zu begegnen: in der Gnade, die uns vorausgeht, in der Liebe, die uns trägt, in der Gemeinschaft, die uns stärkt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Pfingsten (A) - 24. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Empfangt den Heiligen Geist“

Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes – der Moment, in dem aus verunsicherten Jüngern mutige Zeugen werden. Die Türen, die aus Angst verschlossen waren, öffnen sich. Worte, die stockten, finden Kraft. Menschen, die einander fremd waren, verstehen sich. Pfingsten ist der Atem Gottes, der Leben schenkt, verbindet und sendet.

 

In diese große Bewegung des Geistes hinein feiern wir heute das Sakrament der Firmung. Sechs junge Menschen aus unserer Gemeinde empfangen die Gabe des Heiligen Geistes – denselben Geist, der die Kirche seit ihren Anfängen trägt. Er stärkt sie, ihren Weg im Glauben zu gehen, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und mit ihren eigenen Talenten die Welt zu gestalten.

 

Wir freuen uns besonders, heute den Apostolischen Nuntius in Japan, Erzbischof Francisco Escalante Molina, bei uns begrüßen zu dürfen. Als Vertreter des Heiligen Vaters verbindet er unsere deutschsprachige Pfarrei in Japan mit der Weltkirche. Seine Präsenz macht sichtbar, dass die Kirche größer ist als jeder einzelne Ort – und dass der Geist Gottes überall wirkt.

 

Pfingsten erinnert uns: Gott schenkt uns seinen Geist, damit wir Hoffnung leben, Frieden stiften und mutig Zeugnis geben. Heute spüren wir diese Kraft in unserer Gemeinde ganz besonders.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


07. Sonntag der Osterzeit (A) - 17. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Bewahre sie in deinem Namen“

Der 7. Sonntag der Osterzeit führt uns in jene besondere Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Jesus ist nicht mehr sichtbar unter seinen Jüngern – und der Heilige Geist ist noch nicht gekommen. Es ist eine Zwischenzeit: offen, fragil, suchend. Genau in diese Spannung hinein spricht Jesus im Evangelium sein großes hohepriesterliches Gebet.

 

Er betet für die Seinen: „Vater, bewahre sie in deinem Namen.“ Ein Gebet voller Nähe und Verantwortung. Jesus weiß, dass seine Jünger in einer Welt leben werden, die sie herausfordert. Er bittet nicht darum, dass sie aus der Welt genommen werden, sondern dass sie in der Welt bewahrt bleiben – im Glauben, in der Einheit, in der Liebe.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan – und besonders im Rahmen unseres heutigen FamilienGottesdienstes – ist dieses Gebet ein starkes Wort. Viele leben zwischen Kulturen, Sprachen und Erwartungen. Jesu Zusage sagt uns: Gott hält uns. Er begleitet uns, auch in Übergängen und Unsicherheiten.

 

Der 7. Ostersonntag lädt uns ein, diese Zwischenzeit bewusst zu leben: wach, betend, hoffend. Wir warten auf den Geist, der stärkt und sendet – und vertrauen darauf, dass Christus uns in dieser Zeit mit seinem Gebet trägt.

 

Am heutigen Sonntag laden wir auch wieder zum FamilienGottedienst sowie zur parallel gestalteten KinderKirche ein. Im Anschluss an die Hl. Messe werden unsere diesjährigen Kommunionkinder das Sakrament der Beichte empfangen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Christi Himmelfahrt (A) - 14. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Warum steht ihr da und schaut zum Himmel?“

Christi Himmelfahrt ist ein Fest, das leicht missverstanden wird. Es geht nicht darum, dass Jesus „weg“ ist. Es geht darum, dass er anders da ist. Die Jünger erleben einen Abschied – und zugleich einen neuen Anfang. Jesus entzieht sich ihren Augen, aber nicht ihrem Leben. Er geht nicht fort, um fern zu sein, sondern um näher zu sein: in ihrem Herzen, in ihrer Gemeinschaft, in ihrem Mut.

 

Die Engel fragen die Jünger: „Warum steht ihr da und schaut zum Himmel?“ Ein liebevoller Hinweis: Der Himmel ist nicht nur oben. Der Himmel beginnt dort, wo Menschen im Geist Jesu handeln – wo sie trösten, teilen, vergeben, aufrichten, Frieden stiften.

 

Christi Himmelfahrt ist deshalb kein Fest der Distanz, sondern der Sendung. Jesus vertraut uns seine Botschaft an. Er sagt: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Nicht als Perfekte, sondern als Menschen, die sich von seinem Geist bewegen lassen.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das eine starke Zusage. Viele leben zwischen Kulturen, Sprachen und Welten. Himmelfahrt sagt uns: Christus geht mit – auf unseren Wegen, in unseren Entscheidungen und Begegnungen. Er ist nicht gebunden an einen Ort. Er ist bei uns, wo immer wir leben, glauben, hoffen.

 

Christi Himmelfahrt öffnet den Blick: nicht nur nach oben, sondern nach vorne. Denn Gott geht mit uns – und sendet uns in diese Welt, damit sein Licht sichtbar wird.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


06. Sonntag der Osterzeit (A) - 10. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“

Im Evangelium dieses Sonntags spricht Jesus Worte, die wie ein Versprechen klingen: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch.“ Die Jünger spüren, dass sich vieles verändern wird. Jesus bereitet sie auf eine Zukunft vor, in der sie ihn nicht mehr sehen – und doch begleitet er sie weiter.

 

Er spricht vom Geist der Wahrheit, der bei ihnen bleiben wird. Ein Geist, der tröstet, stärkt, erinnert, ermutigt. Ein Geist, der Türen öffnet, wenn wir nicht weiterwissen. Ein Geist, der uns verbindet – über Sprachen, Kulturen und Grenzen hinweg.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist diese Zusage besonders wertvoll. Viele leben weit weg von Heimat und vertrauten Menschen. Jesu Wort sagt uns: Wir sind nicht allein. Gott bleibt. Er wohnt in uns, geht mit uns, stärkt uns.

 

Der 6. Ostersonntag lädt uns ein, auf diese stille, aber kraftvolle Gegenwart zu vertrauen. Ostern ist nicht nur ein Fest – es ist eine Bewegung des Herzens, die weitergeht. Christus kommt zu uns, immer wieder neu, durch seinen Geist, der Leben schenkt und Frieden bringt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


05. Sonntag der Osterzeit (A) - 3. Mai 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“

Im Evangelium dieses Sonntags spricht Jesus Worte, die wie ein Fundament klingen: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Die Jünger spüren, dass sich etwas verändert. Unsicherheit liegt in der Luft. Und gerade dort schenkt Jesus ihnen einen Satz, der bis heute trägt: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“

 

Es ist ein Bild voller Weite. Gott ist kein enger Raum, kein exklusiver Ort, kein Haus mit verschlossenen Türen. Sein Haus hat viele Wohnungen – Platz für jede und jeden, Platz für unterschiedliche Wege, Sprachen, Geschichten. Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das eine besonders tröstliche Botschaft: Wir gehören zusammen, auch wenn wir aus verschiedenen Welten kommen.

 

Jesus sagt weiter: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Kein Weg, der überfordert, sondern einer, der begleitet. Keine Wahrheit, die verletzt, sondern eine, die frei macht. Kein Leben, das wir uns verdienen müssen, sondern eines, das uns geschenkt wird.

 

Der 5. Ostersonntag lädt uns ein, diesem Weg zu vertrauen – Schritt für Schritt, mit offenen Herzen und mit der Gewissheit, dass Gott uns einen Platz bereitet, an dem wir geborgen sind.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


04. Sonntag der Osterzeit (A) - 26. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Ich bin der gute Hirt“

Der 4. Sonntag der Osterzeit wird traditionell der Sonntag des Guten Hirten genannt. Im Evangelium spricht Jesus von sich als dem Hirten, der seine Schafe kennt, sie beim Namen ruft und sie sicher führt. Ein Hirte, der nicht von außen ruft, sondern von innen her vertraut ist. Ein Hirte, der nicht treibt, sondern begleitet.

 

Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Das ist die österliche Botschaft in einem Satz. Gott will nicht, dass wir uns verlieren, erschöpfen oder im Dunkeln bleiben. Er führt uns – geduldig, liebevoll, aufmerksam. Er kennt unsere Wege, unsere Fragen, unsere Hoffnungen. Und er geht sie mit.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist dieses Bild besonders tröstlich. Viele leben weit weg von Heimat, Sprache und vertrauten Wegen. Der Gute Hirt erinnert uns: Wir sind nicht allein unterwegs. Gott ruft uns – jede und jeden – beim Namen.

 

Der 4. Ostersonntag lädt uns ein, auf diese Stimme zu hören: die Stimme, die nicht ängstigt, sondern stärkt; nicht drängt, sondern einlädt; nicht überfordert, sondern führt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


03. Sonntag der Osterzeit (A) - 19. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Brannte uns nicht das Herz?“

Das Evangelium dieses Sonntags führt uns auf den Weg nach Emmaus. Zwei Jünger gehen fort von Jerusalem – fort von ihrer Hoffnung, fort von dem, was sie nicht mehr verstehen. Sie sprechen über ihre Enttäuschung, ihre Trauer, ihre Fragen. Und gerade dort gesellt sich Jesus zu ihnen, unerkannt, aber ganz nah.

 

Er hört zu. Er erklärt. Er geht mit ihnen. Und erst beim Brechen des Brotes erkennen sie ihn. „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?“ – dieser Satz fasst zusammen, was Ostern mit uns macht: Christus kommt in unsere Wege hinein, auch wenn wir ihn nicht sofort sehen. Er öffnet uns die Augen, das Herz, den Blick für das Leben.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist diese Erzählung besonders tröstlich. Viele kennen Wege, die sich schwer anfühlen, oder Momente, in denen Gott fern scheint. Der Emmausweg sagt uns: Christus geht mit – geduldig, liebevoll, unaufdringlich.

 

An diesem Sonntag wird der MichaelChor den Gottesdienst musikalisch mitgestalten. Seine Musik trägt die österliche Freude, öffnet Räume für Gebet und lässt uns spüren, was die Jünger erfahren haben: dass Gottes Nähe oft zuerst im Herzen hörbar wird.

 

Der 3. Ostersonntag lädt uns ein, aufmerksam zu werden für die Wege, auf denen Christus heute mit uns geht – und für die Momente, in denen unser Herz zu brennen beginnt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Weißer Sonntag - tag der erstkommunion - 12. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Weißer Sonntag – „Friede sei mit euch“

Der Weiße Sonntag ist der zweite Sonntag der Osterzeit – und für unsere Gemeinde ein ganz besonderer Tag. Wir feiern die Erstkommunion, ein Fest des Glaubens, der Gemeinschaft und der Freude. Die Kirche nennt diesen Sonntag „weiß“, weil er an die weißen Taufkleider der frühen Christen erinnert. Ein schöner Rahmen für die Kinder, die heute zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen.

 

Im Evangelium begegnet der auferstandene Jesus seinen Jüngern, die sich aus Angst eingeschlossen haben. Er tritt in ihre Mitte und sagt: „Friede sei mit euch.“ Nicht Vorwurf, nicht Kritik – sondern Frieden. Er zeigt ihnen seine Wunden und schenkt ihnen Vertrauen. Die Jünger erfahren: Christus kommt in unser Leben, auch wenn Türen verschlossen sind. Er bringt Licht, wo wir uns klein fühlen, und Mut, wo wir unsicher sind.

 

Für die Erstkommunionkinder ist dieser Tag ein wichtiger Schritt: Sie empfangen zum ersten Mal das Brot des Lebens – ein Zeichen dafür, dass Jesus ihnen nahe ist und sie begleitet. Und weil es ein FamilienGottesdienst ist, feiern wir alle gemeinsam: Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde, die ganze Gemeinde.

 

Der Weiße Sonntag erinnert uns daran, dass Glaube wächst – in unseren Familien, in unserer Gemeinschaft, in jedem Kind, das heute strahlt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Ostern (A) - 5. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Auferstehung: Ein neues Licht für unser Leben

Der Ostersonntag ist der Morgen, an dem alles neu wird. Die Frauen gehen zum Grab – mit Trauer, mit Fragen, mit Unsicherheit. Doch sie finden nicht, was sie erwarten. Das Grab ist leer. Und ein Engel sagt ihnen: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“ Ostern beginnt mit einem Schreck – und endet in Freude. Mit einem leeren Ort – und einem erfüllten Herzen. Mit der Erfahrung: Gott schafft Leben, wo wir nur Ende sehen.

 

Die Auferstehung ist kein fernes Ereignis, sondern eine Kraft, die unser Leben heute berührt. Sie sagt uns: Dunkelheit, Angst und Tod haben nicht das letzte Wort. Gott führt uns heraus – in ein neues Licht, in eine neue Freiheit, in ein neues Vertrauen.

 

Ein Fest für die ganze Gemeinde – besonders für die Kommunionkinder

Der Ostersonntag ist bei uns ein FamilienGottesdienst, zu dem wir besonders die Kommunionkinder und ihre Familien einladen. Ostern ist ein wunderbarer Moment, um zu spüren, wie lebendig unser Glaube ist – und wie sehr Gott uns begleitet.

 

Innerhalb der Feier begehen die Kommunionkinder – und alle anderen in der Kirche – die Tauferinnerung. Ein Moment voller Symbolkraft: Die Kommunionkinder erhalten weiße Kleider, Zeichen für das neue Leben, das Gott schenkt. Sie zünden ihre Taufkerzen an – ein Licht, das an die Osterkerze erinnert und zeigt: Christus geht mit ihnen. Und sie empfangen einen besonderen Segen ihrer eigenen Eltern – ein Segen, der aus Liebe kommt und sie auf ihrem Weg stärkt.

 

Diese Tauferinnerung verbindet die Kinder mit der ganzen Gemeinde. Sie zeigt: Wir gehören zusammen. Wir tragen einander. Wir gehen gemeinsam den Weg des Glaubens.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Die Feier der Osternacht - 4. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Wenn das Licht stärker ist als die Nacht

Die Osternacht ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Sie beginnt im Dunkel – nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Wir bringen all das mit, was schwer ist, was uns bedrückt, was uns müde gemacht hat. Und gerade dort entzündet die Kirche das neue Feuer. Ein kleines Licht, das die Nacht durchbricht. Ein Funke Hoffnung, der sich ausbreitet.

 

Die Osterkerze wird in die dunkle Kirche getragen, und wir folgen ihr. „Lumen Christi“ – „Christus, das Licht“. In diesem Ruf liegt die ganze Botschaft dieser Nacht: Das Licht kommt nicht von uns. Es wird uns geschenkt. Und es ist stärker als jede Finsternis.

 

Die Lesungen der Osternacht erzählen die große Geschichte Gottes mit den Menschen: Schöpfung, Befreiung, Verheißung, Erneuerung. Sie zeigen, wie Gott immer wieder Wege öffnet, wo keine Wege mehr sind. Wie er Leben schafft, wo alles tot erscheint. Wie er uns ruft, ihm zu vertrauen – selbst dann, wenn wir den Ausgang noch nicht sehen.

 

Im Evangelium hören wir vom leeren Grab. Die Frauen kommen mit Trauer – und finden Hoffnung. Sie suchen einen Toten – und begegnen dem Lebendigen. Ostern ist kein Happy End, sondern ein neuer Anfang. Gott sagt: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Nicht über Jesus. Nicht über uns. Nicht über unsere Welt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Karfreitag - 3. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Der Tag, an dem Gott schweigt und bleibt

Der Karfreitag ist der stillste Tag des Jahres. Ein Tag, an dem wir nicht erklären, nicht beschönigen, nicht überhöhen. Wir stehen vor dem Kreuz – vor dem Leid, vor der Ohnmacht, vor der Liebe, die sich nicht zurückzieht.

 

Das Johannesevangelium erzählt die Passion Jesu mit einer tiefen Klarheit. Jesus wird verraten, verhöhnt, verurteilt. Er trägt das Kreuz, fällt, steht wieder auf. Er begegnet Menschen, die ihn lieben, und Menschen, die ihn ablehnen. Und mitten in all dem bleibt er: gegenwärtig, hingegeben, treu bis zum Ende.

 

Karfreitag zeigt uns einen Gott, der nicht fern bleibt, wenn das Leben dunkel wird. Einen Gott, der unsere Wege mitgeht – auch die Wege, die wir selbst nicht wählen würden. Einen Gott, der das Leid nicht erklärt, sondern es teilt.

 

In diesem Jahr feiern wir erneut die Karfreitagsliturgie gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde in der Kreuzkirche in Gotanda. Diese ökumenische Feier ist ein starkes Zeichen: Wir stehen gemeinsam unter dem Kreuz. Wir hören dieselbe Geschichte, wir teilen dieselbe Stille, wir tragen dieselbe Hoffnung.

 

Gerade in einer internationalen Stadt wie Tokyo, in der viele Menschen fern von Heimat und vertrauten Traditionen leben, wird diese gemeinsame Feier zu einem Ort der Verbundenheit. Das Kreuz trennt nicht – es verbindet. Es führt uns zusammen in der Erfahrung, dass Gottes Liebe größer ist als alle Grenzen.

 

Karfreitag lädt uns ein, nicht wegzuschauen. Die Stille auszuhalten. Das Kreuz zu betrachten. Und darin zu entdecken: Gott bleibt. Auch im Dunkel. Auch im Schmerz. Auch dort, wo wir keine Worte mehr finden.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Gründonnerstag - 2. April 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Zeichen der Liebe, die bleibt

Der Gründonnerstag eröffnet das österliche Triduum – jene drei Tage, in denen wir das Herz unseres Glaubens feiern. Es ist ein Abend voller Zeichen: Brot, Wein, Wasser, Dienst, Gemeinschaft. Und all diese Zeichen erzählen von einer Liebe, die sich verschenkt und die bleibt.

 

Im Zentrum steht das letzte Abendmahl. Jesus bricht das Brot und sagt: „Das ist mein Leib.“ Er reicht den Kelch und sagt: „Das ist mein Blut.“ Er gibt sich selbst – nicht als Idee, sondern als Nahrung. Nicht als Theorie, sondern als Beziehung. Die Eucharistie ist das Vermächtnis seiner Nähe: Gott bleibt bei uns, auch wenn Wege dunkel werden.

 

Doch Jesus bleibt nicht beim Brotbrechen stehen. Er kniet sich nieder und wäscht seinen Jüngern die Füße. Ein Herr wird zum Diener. Ein Meister wird zum Freund. Ein Gott wird zum Menschen, der sich beugt. Die Fußwaschung ist nicht nur ein symbolischer Akt, sondern ein Programm: So sollt auch ihr einander dienen.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das ein starkes Wort. Viele von uns leben in einem Umfeld, das Leistung und Tempo betont. Der Gründonnerstag lädt uns ein, anders zu leben: langsamer, achtsamer, dienender. Gemeinschaft nicht als Pflicht, sondern als Geschenk.

 

Am Ende der Messe wird das Allerheiligste in die Klosterkapelle übertragen – ein stiller, zarter Moment. Die Kirche wird leer, das Licht gedämpft.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Palmsonntag (A) - 29. März 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Zwischen Jubel und Stille

Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche – jene Tage, in denen wir Jesu Weg in seiner ganzen Tiefe mitgehen. Am Beginn der Feier stehen wir vor der Kirche, wo wir die Palmzweige segnen. Es ist ein Moment, der uns mit der jubelnden Menge von damals verbindet: Menschen, die voller Hoffnung sind, die Jesus als den erwarten, der Frieden bringt.

 

Nach der Palmweihe ziehen die Erwachsenen in die Kirche St. Michael ein, wo sie die Passion nach dem Matthäusevangeliumhören – die Leidensgeschichte Jesu, die uns Schritt für Schritt in das Geheimnis seiner Liebe hineinführt. Der Weg führt vom Jubel in die Stille, vom „Hosanna“ zum „Kreuzige ihn“, von der Begeisterung zur Erschütterung. In dieser Spannung spiegelt sich unser eigenes Leben: Freude und Schmerz, Licht und Dunkel, Nähe und Verlassenheit.

 

Jesus geht diesen Weg nicht als Held, der triumphiert, sondern als einer, der sich hingibt. Er reitet auf einem Esel – ein Zeichen des Friedens. Er schweigt, wo andere schreien würden. Er bleibt treu, wo andere fliehen würden. In seinem Leiden zeigt sich ein Gott, der uns nicht aus der Ferne betrachtet, sondern unsere Wege mitgeht – bis in die tiefsten Abgründe.

 

Während die Erwachsenen die Passion hören, sind die Kinder parallel zur KinderKirche eingeladen. Dort gestalten sie ihren eigenen Zugang zum Palmsonntag – kreativ, lebendig, kindgerecht. Auch in diesem Jahr bemalen die Kinder gemeinsam Eier für den Osterempfang. Ein kleines, fröhliches Zeichen der Hoffnung, das die österliche Freude schon vorausnimmt.

 

Damit alle Kinder mitmachen können, bitten wir herzlich um Eierspenden: Bitte bereits hart gekocht und möglichst mit weißer Schale, damit die Farben gut zur Geltung kommen.

 

Palmsonntag erinnert uns: Gott ist da – im Jubel und in der Stille, im Feiern und im Aushalten, im Licht und im Schatten. Die Karwoche lädt uns ein, diesen Weg bewusst zu gehen und uns von Christus begleiten zu lassen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


5. Sonntag der Fastenzeit (A) - 22. März 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Lazarus, komm heraus!“

Das Evangelium dieses Sonntags (Joh 11,1–45) erzählt eine der bewegendsten Geschichten des Neuen Testaments: die Auferweckung des Lazarus. Es ist eine Erzählung voller Emotionen – Trauer, Verzweiflung, Hoffnung, Freundschaft. Und mitten darin steht Jesus, der nicht unberührt bleibt. Er weint. Er ist erschüttert. Er geht mit hinein in die Dunkelheit der Menschen, die er liebt.

 

Doch er bleibt nicht dort stehen. Vor dem Grab spricht er Worte, die die Welt verändern: „Lazarus, komm heraus!“ Es ist ein Ruf, der stärker ist als Angst, Schuld, Resignation und Tod. Ein Ruf, der Leben schafft, wo alles verloren scheint.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das eine tief tröstliche Botschaft. Viele kennen Situationen, in denen etwas in ihnen „wie tot“ erscheint: Mut, Vertrauen, Freude, Hoffnung. Jesus ruft auch uns heraus – aus dem, was uns gefangen hält, aus dem, was uns einengt, aus dem, was uns lähmt. Sein Ruf gilt nicht nur Lazarus, sondern jedem Menschen, der sich nach neuem Leben sehnt.

 

Die Fastenzeit führt uns Schritt für Schritt auf Ostern zu. Der 5. Fastensonntag ist dabei wie ein Vorzeichen: Gott ist ein Gott des Lebens. Er ruft uns heraus aus unseren Gräbern – sichtbar oder unsichtbar – und führt uns in die Freiheit.

 

Die Frage dieses Sonntags lautet: Wo ruft Christus mich heute heraus? Und welchen Stein möchte er von meinem Herzen wegrollen?

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


4. Sonntag der Fastenzeit (A) - 15. März 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Ich war blind und jetzt sehe ich“

Das Evangelium dieses Sonntags (Joh 9,1–41) erzählt die Heilung eines Blindgeborenen – eine der eindrucksvollsten Begegnungen Jesu. Ein Mensch, der nie Licht gesehen hat, wird von Jesus berührt und beginnt zu sehen. Doch die eigentliche Spannung liegt nicht in der Heilung selbst, sondern in dem, was danach geschieht: Die religiösen Autoritäten zweifeln, die Nachbarn sind irritiert, selbst die Eltern halten Abstand.

 

Der Geheilte aber bleibt klar: „Ich war blind und jetzt sehe ich.“ Er kann nicht alles erklären, aber er weiß, was er erfahren hat. Und er bleibt bei dieser Wahrheit – gegen alle Widerstände.

 

Das Evangelium zeigt: Blindheit ist nicht nur ein körperlicher Zustand. Man kann sehen und doch nicht wahrnehmen. Man kann religiös sein und doch das Wesentliche übersehen. Jesus öffnet nicht nur die Augen des Körpers, sondern die Augen des Herzens. Er schenkt einen Blick, der tiefer geht – einen Blick, der Menschen sieht, wie Gott sie sieht.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das eine starke Botschaft. Viele von uns leben in einem Umfeld, das schnell urteilt, vergleicht, bewertet. Jesus lädt uns ein, anders zu sehen: mit einem Blick, der nicht verurteilt, sondern versteht; nicht trennt, sondern verbindet; nicht fixiert, sondern befreit.

 

Der 4. Fastensonntag erinnert uns: Glaube beginnt dort, wo wir uns von Christus die Augen öffnen lassen – für uns selbst, für andere, für das Licht, das in jedem Menschen leuchtet.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


3. Sonntag der Fastenzeit (A) - 8. März 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Gib mir zu trinken

Das Evangelium dieses Sonntags (Joh 4,5–42) erzählt eine der persönlichsten Begegnungen Jesu: die Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen. Es ist Mittag, die heißeste Stunde des Tages. Eine Frau kommt allein zum Brunnen – vielleicht, weil sie sich schämt, vielleicht, weil sie sich ausgeschlossen fühlt. Und gerade sie spricht Jesus an: „Gib mir zu trinken.“

 

Dieser einfache Satz öffnet einen Raum, in dem sich alles verändert. Jesus sieht die Frau – nicht ihre Vergangenheit, nicht ihre Fehler, sondern ihr Herz. Er spricht mit ihr über ihre Sehnsucht, über ihre Fragen, über das, was sie trägt und belastet. Und er schenkt ihr etwas, das sie selbst nicht erwartet hätte: Würde, Vertrauen, einen neuen Anfang.

 

„Lebendiges Wasser“ nennt Jesus das, was er ihr gibt – ein Bild für Gottes Nähe, die nicht versiegt. Für eine Kraft, die nicht von außen kommt, sondern von innen wächst. Für eine Freiheit, die nicht an Bedingungen geknüpft ist.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist diese Begegnung besonders tröstlich. Viele kennen das Gefühl, fremd zu sein, nicht ganz dazuzugehören oder mit Fragen durchs Leben zu gehen, die man nicht leicht ausspricht. Jesus zeigt: Gott sucht genau solche Menschen. Er beginnt dort, wo wir durstig sind – nach Sinn, nach Frieden, nach einem Ort, an dem wir gesehen werden.

 

Die Samariterin lässt ihren Wasserkrug stehen und läuft zurück in die Stadt. Wer sich von Christus berühren lässt, bleibt nicht beim Alten. Er oder sie wird selbst zur Quelle für andere.

 

Der 3. Fastensonntag lädt uns ein, unsere eigenen „Brunnenmomente“ zu entdecken: Wo spricht Gott mich an? Und welches lebendige Wasser möchte er mir schenken?

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


2. Sonntag der Fastenzeit (A) - 1. März 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Ein Moment des Lichts

Das Evangelium dieses Sonntags (Mt 17,1–9) führt uns auf einen hohen Berg. Jesus nimmt nur drei Jünger mit – Petrus, Jakobus und Johannes. Dort geschieht etwas, das sie kaum fassen können: Jesus wird vor ihren Augen verwandelt. Sein Gesicht leuchtet wie die Sonne, seine Kleider werden strahlend weiß. Für einen Augenblick sehen sie Jesus so, wie Gott ihn sieht: in seiner ganzen Herrlichkeit.

 

Die Verklärung ist ein Moment des Lichts mitten auf dem Weg nach Jerusalem, mitten auf dem Weg zum Kreuz. Sie ist kein Ausstieg aus der Realität, sondern eine Stärkung für das, was kommt. Gott zeigt den Jüngern – und uns –, dass hinter allem Dunkel ein Licht steht, das nicht vergeht.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das eine wichtige Botschaft. Viele von uns kennen Zeiten, in denen der Alltag schwer wird, in denen Sorgen oder Unsicherheiten den Blick verstellen. Die Verklärung erinnert uns daran, dass Gott uns immer wieder Momente schenkt, die uns aufrichten: ein gutes Wort, ein unerwartetes Lächeln, ein Augenblick des Friedens. Kleine Verklärungen im Alltag.

 

Petrus möchte auf dem Berg bleiben – doch Jesus führt die Jünger wieder hinunter. Auch wir sind eingeladen, das Licht mitzunehmen in die Ebenen unseres Lebens: in unsere Arbeit, unsere Familien, unsere Entscheidungen. Die Fastenzeit ist ein Weg, auf dem wir lernen, dieses Licht nicht festzuhalten, sondern weiterzugeben.

 

Der 2. Fastensonntag sagt uns: Gott zeigt sich – nicht, um uns aus der Welt zu holen, sondern um uns in ihr zu stärken.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


1. Sonntag der Fastenzeit (A) - 15. Februar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Das Evangelium dieses Sonntags (Mt 4,1–11) führt Jesus in die Wüste. Nicht als Strafe, nicht als Rückzug aus Angst – sondern als Raum der Klärung. Die Wüste ist leer, still, weit. Sie nimmt uns alles, was ablenkt, und lässt nur das übrig, was wirklich trägt.

 

Dort begegnet Jesus den Versuchungen: Macht, Besitz, Ansehen. Drei Angebote, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Sie versprechen viel – und lassen doch leer zurück. Jesus antwortet nicht mit Härte, sondern mit Klarheit. Er weiß, wer er ist und wofür er lebt. Aus dieser inneren Freiheit heraus weist er die Versuchungen zurück.

 

Die Fastenzeit lädt uns ein, unsere eigene „Wüste“ zu betreten. Nicht als Ort der Entbehrung um der Entbehrung willen, sondern als Raum, in dem wir neu hören können: Was nährt mich wirklich? Was bindet mich? Was möchte Gott in mir heilen oder ordnen?

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das besonders wertvoll. Viele leben in einem Umfeld, das schnell, dicht und fordernd ist. Die Wüste erinnert uns daran, dass wir nicht alles leisten müssen. Gott ruft uns nicht in die Perfektion, sondern in die Freiheit.

 

Der 1. Fastensonntag ist deshalb ein Anfang: ein Schritt in die Stille, ein Schritt zur Klarheit, ein Schritt auf Gott zu – der uns in der Wüste nicht allein lässt, sondern stärkt und begleitet.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Aschermittwoch - 18. Februar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – eine Zeit des Neuwerdens, der Klärung und der inneren Ausrichtung. Die Asche, die wir empfangen, ist ein schlichtes Zeichen. Und gerade deshalb spricht sie so tief: Sie erinnert uns an unsere Vergänglichkeit, aber auch an unsere Fähigkeit zur Erneuerung.

 

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist…“ – das klingt zunächst nüchtern, fast hart. Doch im biblischen Sinn ist Staub nicht nur ein Symbol für Endlichkeit, sondern auch für Anfang. Aus Staub formt Gott den Menschen. Aus dem, was zerbrechlich ist, schafft er Leben.

 

Der Aschermittwoch lädt uns ein, ehrlich auf unser Leben zu schauen: Wo bin ich erschöpft? Wo brauche ich einen Neuanfang? Wo möchte ich mich von Gott berühren lassen? Die Fastenzeit ist kein moralisches Fitnessprogramm, sondern ein Weg der Befreiung – weg von dem, was uns bindet, hin zu dem, was uns lebendig macht.

 

Für unsere internationale Gemeinde in Japan ist das ein starkes Zeichen. Viele von uns leben in einem schnellen, fordernden Umfeld. Die Asche erinnert uns daran, dass wir nicht perfekt sein müssen. Gott beginnt mit dem, was da ist – und führt uns Schritt für Schritt zu einem neuen Herzen.

 

So wird der Aschermittwoch zum Startpunkt eines Weges, der uns Ostern entgegenführt: vom Staub zum Leben, von der Schwere zur Hoffnung, von der Asche zum Licht.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


6. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A) - 15. Februar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Im Evangelium dieses Sonntags (Mt 5,17–37) spricht Jesus über das Gesetz – und er tut es auf eine Weise, die zugleich herausfordert und befreit. Er sagt nicht, dass das Gesetz abgeschafft sei. Im Gegenteil: Er führt es zu seiner tiefsten Bedeutung. Es geht nicht um äußere Pflichterfüllung, sondern um ein Herz, das von Gottes Liebe geprägt ist.

 

Jesus zeigt: Wahres Leben entsteht dort, wo wir nicht nur das Minimum tun, sondern wo wir uns innerlich verwandeln lassen. Nicht der Buchstabe steht im Mittelpunkt, sondern die Haltung. Nicht das „Du musst“, sondern das „Du darfst anders leben“.

 

Für unsere deutschsprachige Pfarrei in Japan ist das eine wichtige Botschaft. Viele von uns leben in komplexen Lebenssituationen, zwischen Kulturen, Sprachen und Erwartungen. Jesus lädt uns ein, nicht in Regeln zu erstarren, sondern Gottes Geist Raum zu geben – im Denken, im Sprechen, im Handeln.

 

Besonders schön ist, dass wir an diesem Sonntag parallel zur Heiligen Messe unsere KinderKirche feiern. Während die Erwachsenen das Evangelium hören, entdecken die Kinder auf ihre Weise, was es heißt, aus dem Herzen heraus zu leben. So wächst Glaube in verschiedenen Räumen – und doch gemeinsam.

 

Der 6. Sonntag im Jahreskreis erinnert uns: Gottes Gebot ist kein Druck, sondern eine Einladung. Eine Einladung, unser Herz weiten zu lassen und die Welt mit Gottes Blick zu sehen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


5. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A) - 8. Februar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Im Evangelium dieses Sonntags (Mt 5,13–16) spricht Jesus zwei der stärksten Bilder aus, die er seinen Jüngern je gegeben hat: Salz und Licht. Beides ist unscheinbar – und doch unverzichtbar. Salz wirkt im Verborgenen, Licht wirkt sichtbar. Zusammen beschreiben sie, was christliches Leben ausmacht.

 

Salz bewahrt, stärkt, gibt Geschmack. Es steht für eine Haltung, die dem Leben Tiefe verleiht: Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Verlässlichkeit. Licht dagegen zeigt Wege, schafft Orientierung, vertreibt Angst. Es steht für Hoffnung, Mut und die Fähigkeit, anderen Wärme zu schenken.

 

Jesus sagt nicht: „Werdet Salz und Licht“, sondern: „Ihr seid es.“ Das ist keine Aufforderung, sondern eine Zusage. Gott traut uns zu, dass unser Leben Wirkung hat – in kleinen Gesten, in alltäglichen Begegnungen, in Momenten, in denen wir gar nicht merken, dass wir für andere wichtig sind.

 

Für unsere deutschsprachige Pfarrei in Japan ist das ein starkes Wort. Viele leben weit weg von ihrer Heimat, manche tragen Unsicherheiten oder Einsamkeit mit sich. Gerade hier wird spürbar, wie sehr wir einander Salz und Licht sein können: durch ein freundliches Wort, eine helfende Hand, ein gemeinsames Gebet.

 

Der 5. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu zu entdecken, wie Gott durch uns wirkt – leise wie Salz, strahlend wie Licht. Und er erinnert uns daran, dass die Welt heller wird, wenn wir das, was Gott in uns gelegt hat, nicht verstecken, sondern teilen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


4. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A) - 1. Februar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Das Evangelium dieses Sonntags führt uns auf einen Berg. Dort spricht Jesus Worte, die die Welt bis heute herausfordern: die Seligpreisungen. Sie sind kein moralischer Katalog, sondern ein Blick in das Herz Gottes – und ein Spiegel für unsere eigene Sehnsucht nach einem guten Leben.

 

„Selig, die arm sind vor Gott… selig, die Sanftmütigen… selig, die Frieden stiften.“ Diese Worte klingen leise, fast zart. Und doch bergen sie eine ungeheure Kraft. Jesus stellt die Welt auf den Kopf: Nicht die Starken, Lauten und Erfolgreichen stehen im Mittelpunkt, sondern die, die oft übersehen werden.

 

In einer Zeit, in der Härte und Selbstbehauptung vielerorts als Tugenden gelten, erinnern uns die Seligpreisungen daran, dass Gottes Reich anders wächst: durch Sanftmut, Barmherzigkeit und den Mut, Frieden zu wagen.

 

Gerade in unserem FamilienGottesdienst wird das besonders sichtbar. Kinder, Eltern, Großeltern – alle bringen ihre eigene Lebenswirklichkeit mit. Und doch verbindet uns dieselbe Sehnsucht nach einem guten, gelingenden Leben. Die Seligpreisungen sprechen in diese Vielfalt hinein und zeigen: Gottes Segen gilt jedem Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft oder Stärke.

 

Am Ende des Gottesdienstes besteht die Möglichkeit, den Blasiussegen zu empfangen – ein uraltes Zeichen der Fürbitte um Schutz und Gesundheit. Er erinnert uns daran, dass Gottes Zuwendung nicht nur unsere Seele stärkt, sondern auch unseren Alltag begleitet. Sanftmut, Heilung, Schutz: all das fließt an diesem Sonntag zusammen.

 

So wird dieser Tag zu einer Einladung, Gottes leise, aber kraftvolle Art neu zu entdecken – und sie selbst in die Welt zu tragen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


3. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A) - 25. Januar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Das Evangelium dieses Sonntags (Mt 4,12–23) beginnt mit einem Ortswechsel: Jesus zieht sich nach Galiläa zurück – in eine Region, die damals als Randgebiet galt, weit weg vom religiösen Zentrum. Und gerade dort, in diesem „Galiläa der Heiden“, beginnt sein öffentliches Wirken.

 

Matthäus greift die alte Verheißung des Propheten Jesaja auf: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein großes Licht.“ Das ist mehr als ein poetisches Bild. Es beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen kennen: Zeiten der Orientierungslosigkeit, der Unsicherheit, der Müdigkeit. Und genau dort setzt Gott an. Nicht erst, wenn alles geordnet ist, sondern mitten im Alltag, mitten im Unfertigen.

 

Jesus ruft seine ersten Jünger – einfache Fischer. Er ruft sie nicht, weil sie perfekt wären, sondern weil sie offen sind für einen neuen Weg. Sein Ruf gilt auch uns: „Kommt und folgt mir nach.“ Es ist ein Ruf, der Vertrauen braucht – und zugleich die Zusage enthält, dass Gott uns verwandelt: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen."

 

Für unsere Pfarrei hier in Japan bedeutet das: Gott wirkt nicht nur an den großen Orten der Welt, sondern genau dort, wo wir leben, arbeiten, hoffen und zweifeln. Sein Licht fällt in unsere Lebenswirklichkeit – international, vielfältig, manchmal herausfordernd, immer getragen von seiner Nähe.

 

Der 3. Sonntag im Jahreskreis lädt uns ein, neu zu hören: Wo ruft Christus mich heute? Und wo darf ich selbst Licht sein für andere?

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


2. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A) - STERNSINGERaktion - 18. Januar 2026

Sternsingeraktion 2026 – Christus zeigt sich, Kinder zeigen Christus 

 

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Am kommenden Sonntag, 18. Januar 2026, ziehen die Sternsinger unserer Gemeinde auch in diesem Jahr von Haus zu Haus, verkleidet als die Heiligen Drei Könige. Sie schreiben den Segen „20*C+M+B+26“ an die Türen und erinnern uns: Christus segnet dieses Haus. Doch die Aktion ist mehr als ein schöner Brauch – sie ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Mit ihren Liedern und ihrem Einsatz machen die Sternsinger sichtbar, dass wir Verantwortung füreinander tragen – über Grenzen hinweg. Das Leitwort 2026 stellt die Kinderrechte in den Mittelpunkt und ruft uns auf, nicht wegzusehen, wenn Kinder unter Armut, Krieg oder Ausgrenzung leiden.

 

Das Evangelium des kommenden Sonntags zeigt Johannes den Täufer, der auf Jesus verweist: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Johannes macht deutlich: Hier ist der, der Heil und Hoffnung bringt – nicht nur für einige, sondern für die ganze Welt.

 

Genau das tun die Sternsinger: Sie verweisen auf Christus. Mit ihrem Segen und ihrem Einsatz machen sie sichtbar, dass Gottes Liebe gilt – allen Menschen, besonders den Kindern. Sie erinnern uns daran, dass Kinder nicht nur unsere Zukunft sind, sondern Gegenwart – und dass sie ein Recht auf Schutz, Würde und Hoffnung haben.

 

So wird die Verbindung deutlich: Johannes zeigt auf Jesus, die Sternsinger zeigen auf Christus. Beide machen sichtbar, dass Gott die Welt verwandelt. Und wir sind eingeladen, uns diesem Zeugnis anzuschließen: Christus ist das Licht, das die Welt verwandelt – und Kinder tragen dieses Licht weiter, hinein in unsere Häuser und Herzen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


FEST DER Taufe DES HERRN (A) - 11. Januar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Jesus lässt sich von Johannes im Jordan taufen. Ein scheinbar unscheinbarer Akt – doch gerade hier öffnet sich der Himmel, und die Stimme Gottes spricht: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

 

Die Taufe Jesu ist kein privates Ritual, sondern der Beginn seines öffentlichen Weges. Sie macht sichtbar: Gott stellt sich an die Seite der Menschen, mitten hinein in ihre Geschichte.

 

Auch unsere eigene Taufe ist mehr als ein vergangenes Ereignis. Sie ist Zusage und Auftrag zugleich: Wir sind geliebte Kinder Gottes – und wir sind gesandt, diese Liebe sichtbar zu machen. In einer Welt, die oft von Misstrauen und Spaltung geprägt ist, ruft uns die Taufe, Brücken zu bauen und Hoffnung zu schenken.

 

So erinnert uns das Fest der Taufe des Herrn: Jeder von uns trägt den Himmel in sich – und ist eingeladen, ihn auf Erden erfahrbar zu machen.

 

Und weil wir als Getaufte nicht nur einzeln, sondern gemeinsam unterwegs sind, laden wir im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr herzlich zu unserem Neujahrsempfang ein. Gerne reichen wir ein Glas alkoholfreien Sekt und stoßen miteinander auf das neue Jahr an – dankbar für das, was war, und hoffnungsvoll für das, was kommt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


FEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN (EPIPHANIE) (A) - 6. Januar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Epiphanie erzählt von einer Bewegung, die bis heute trägt: Menschen machen sich auf den Weg, weil sie einem Stern folgen. Die Weisen aus dem Osten stehen für all jene, die sich von einer Sehnsucht leiten lassen – einer Ahnung, dass es mehr geben muss als das Sichtbare.

 

Sie kommen nicht aus Israel, nicht aus dem „Inneren“ des Glaubens. Und gerade sie entdecken das Kind zuerst. Epiphanie ist deshalb das Fest der Grenzüberschreitung Gottes: Gott zeigt sich nicht nur einem Volk, sondern allen Völkern. Nicht nur den Frommen, sondern allen, die suchen.

 

Die Weisen bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe – Zeichen für Königtum, Gottesnähe und Leid. Sie bringen damit das ganze Spektrum menschlichen Lebens vor das Kind: das Glänzende, das Heilige, das Verwundbare.

 

Für uns als internationale Gemeinde in Tokyo ist das eine starke Botschaft: Wir kommen aus verschiedenen Ländern, Sprachen und Traditionen – und doch führt uns derselbe Stern zusammen. Epiphanie erinnert uns daran, dass Gott sich in der Vielfalt zeigt und dass jede und jeder von uns ein Geschenk mitbringt, das die Gemeinschaft bereichert.

 

So wird dieses Fest zu einer Einladung: Folgen wir dem Stern, der uns zu Christus führt – und werden wir selbst zu Zeichen seines Lichtes für die Welt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Neujahr - Im Zeichen des Feuer-Pferdes - 1. Januar 2026

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Das neue Jahr beginnt mit einem besonderen Symbol: In Japan gilt 2026 als Jahr des Feuer-Pferdes. Das Pferd steht für Lebenskraft, Bewegung und Freiheit – das Feuer für Leidenschaft, Mut und schöpferische Energie. Gemeinsam bilden sie ein Bild von Dynamik und Aufbruch.

 

Für uns als Glaubensgemeinschaft ist dieses Zeichen mehr als Folklore. Es erinnert daran, dass Gottes Geist uns antreibt wie ein Pferd in voller Kraft und uns zugleich entzündet mit dem Feuer der Liebe. Doch die alte Tradition mahnt auch: Wer voller Energie losgaloppiert, braucht Momente der Ruhe, um nicht auszubrennen.

 

So lädt uns das neue Jahr ein, mutig Schritte zu wagen, aber zugleich innezuhalten, zu beten und uns neu auszurichten. Möge 2026 ein Jahr sein, in dem wir mit Leidenschaft und Vertrauen unterwegs sind – getragen von Gottes Geist, der uns Kraft und Orientierung gibt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Fest der Heiligen Familie - 28. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Am heutigen Sonntag feiern wir das Fest der Heiligen Familie. Das Evangelium dieses Tages zeigt uns Maria, Josef und das Kind Jesus auf dem Weg, bedroht und zugleich behütet. Familie ist hier nicht Idylle, sondern eine Gemeinschaft, die Schutz gibt und zugleich den Mut hat, aufzubrechen.

 

Auch heute erleben wir Familien in vielfältigen Formen: Patchwork, Alleinerziehende, Wahlfamilien, Gemeinschaften über Generationen hinweg. Sie alle tragen die gleiche Sehnsucht: ein Ort zu sein, an dem man angenommen ist und zugleich gestärkt wird, hinauszugehen in die Welt.

 

Die Heilige Familie erinnert uns daran, dass Familie nicht Perfektion bedeutet, sondern Vertrauen – Vertrauen, dass Gott mitten in unserer Zerbrechlichkeit wohnt.

  • Maria und Josef: Sie zeigen, dass Verantwortung oft bedeutet, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen.
  • Jesus: Er macht sichtbar, dass jedes Kind ein Geschenk ist, das die Welt verändert.
  • Wir heute:  Wir sind eingeladen, unsere Familien – ob klein oder groß, ob traditionell oder neu gedacht – als Orte der Hoffnung zu gestalten.

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen oft auch Familien belasten, ist das Fest der Heiligen Familie ein Ruf: Schützt einander, stärkt einander, und habt den Mut, gemeinsam aufzubrechen

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Weihnachten - 25. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Weihnachten beginnt nicht mit einem großen Auftritt, sondern mit einem Kind. Ein Kind, das in Windeln gewickelt ist, in einer Krippe liegt – verletzlich, unscheinbar, aber voller Verheißung. Gott kommt nicht als Macht, sondern als Nähe. Nicht als Lösung, sondern als Beziehung. Nicht als Plan, sondern als Leben.

 

Jesaja spricht von einem Licht, das in der Finsternis aufstrahlt. Von einer Freude, die größer ist als alle Last. Von einem Kind, das Frieden bringt. Dieses Licht ist nicht fern, sondern mitten in unserer Nacht.

 

Die Engel verkünden den Hirten: „Euch ist heute der Retter geboren.“ Weihnachten ist kein Fest der Nostalgie, sondern eine Gegenwart: Gott ist da – Immanuel, Gott mit uns. Er kommt in unsere Dunkelheit, in unsere Fragen, in unsere Sehnsucht.

 

Vielleicht ist das die eigentliche Zumutung von Weihnachten: Gott vertraut sich uns an – klein, verletzlich, abhängig. Er legt sich in unsere Hände, damit wir lernen, einander mit offenen Händen zu begegnen. Weihnachten heißt: Nähe statt Kontrolle, Vertrauen statt Angst, Frieden statt Gewalt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Heiligabend - 24. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Die Christmette in der Heiligen Nacht beginnt mit einem einfachen, aber überwältigenden Bild: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht.“ (Jes 9,1) – mitten in der Nacht wird die Geburt Jesu verkündet.

 

Die Nacht ist nicht nur Kulisse, sondern Symbol: Sie steht für die Dunkelheiten unserer Welt – Angst, Einsamkeit, Krieg, Ungerechtigkeit. Gerade dort hinein kommt Gott. Nicht im Glanz der Paläste, sondern im Stall von Bethlehem. Nicht mit Macht, sondern in der Verletzlichkeit eines Kindes.

 

Das ist die Botschaft von Weihnachten: Gott verwandelt die Nacht. Er macht sie zum Ort des Lichts, der Hoffnung und der Nähe.

 

Für uns heute bedeutet das: Wir dürfen die Dunkelheiten nicht verdrängen – aber wir sind eingeladen, sie mit Gottes Licht zu durchdringen. Jede Kerze, die wir entzünden, jedes Lied, das wir singen, jedes gute Wort, das wir sprechen, ist Teil dieses göttlichen Lichtes.

 

So wird die Heilige Nacht zum Anfang einer neuen Geschichte: Gott ist da – mitten unter uns, mitten in der Nacht, mitten im Leben.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Vierter Sonntag im Advent - 21. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Advent endet nicht mit einem fertigen Plan, sondern mit einem Zeichen: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen und einen Sohn gebären; sie wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Ein Kind – verletzlich, unscheinbar, unberechenbar. Kein Beweisstück, sondern eine Verheißung.

 

Josef im Evangelium steht vor einer Entscheidung. Er könnte alles kontrollieren, sich absichern, die Situation „lösen“. Doch er lässt sich stören von Gottes Nähe. Er vertraut dem Engel, er vertraut dem Kind. Advent ist genau das: nicht Kontrolle, sondern Vertrauen. Nicht Berechnung, sondern Offenheit.

 

Vielleicht ist das die letzte adventliche Zumutung: Gott kommt nicht als Macht, sondern als Nähe. Nicht als Lösung, sondern als Beziehung. Nicht als Plan, sondern als Kind. Advent heißt: sich unterbrechen lassen von einer Nähe, die uns verändert.

 

Immanuel – Gott mit uns. Das ist keine Theorie, sondern eine Erfahrung. Eine Nähe, die uns trägt, wenn wir nicht weiterwissen. Eine Nähe, die uns heilt, wenn wir uns verloren fühlen. Eine Nähe, die uns befreit von der Illusion, alles im Griff haben zu müssen.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Dritter Sonntag im Advent - 14. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Advent ist mehr als Warten – es ist ein Aufblühen mitten in der Wüste. Jesaja spricht von einer Landschaft, die sich verwandelt: Die Steppe jubelt, die Wüste blüht, die Schwachen werden stark, die Blinden sehen, die Lahmen springen. Hoffnung ist nicht nur ein Gedanke, sondern eine Kraft, die das Leben verwandelt.

 

Johannes der Täufer im Evangelium fragt: „Bist du der, der kommen soll?“ – eine Frage aus der Dunkelheit des Gefängnisses. Jesus antwortet nicht mit Theorie, sondern mit Zeichen: Heilung, Befreiung, Freude. Advent ist genau das: nicht abstrakte Erwartung, sondern konkrete Erfahrung von Gottes Nähe.

 

Freude statt Funktionieren – das ist die Einladung dieses Sonntags. Freude, die nicht aus Leistung kommt, sondern aus Vertrauen. Freude, die nicht gemacht werden muss, sondern geschenkt wird. Advent ist ein Sabbat für die Seele: innehalten, loslassen, staunen.

 

Vielleicht ist das die adventliche Haltung: nicht alles optimieren, sondern sich überraschen lassen von der Freude, die Gott schenkt. Eine Freude, die stärker ist als Gefängnismauern, als Müdigkeit, als Angst. Eine Freude, die uns schon jetzt heimholt in Gottes Zukunft.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Zweiter Sonntag im Advent - 7. Dezember 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Advent ist die Zeit der Unterbrechung. Jesaja spricht von einem Spross, der aus einem scheinbar toten Baumstumpf wächst. Hoffnung bricht dort auf, wo wir nur Bruch sehen. Gerechtigkeit entsteht nicht aus Gewohnheit, sondern aus einem neuen Blick: Gott sieht nicht auf das Äußere, sondern auf das Herz.

 

Johannes der Täufer ruft uns im Evangelium zur Umkehr. Nicht als moralische Drohung, sondern als Einladung, Routinen zu durchbrechen. Advent ist kein „Weiter so“, sondern ein „Anders werden“. Es geht nicht darum, alles perfekt vorzubereiten, sondern darum, Raum zu schaffen für Gottes andere Logik: Gerechtigkeit statt Gewohnheit, Hoffnung statt Resignation.

 

Vielleicht ist das die adventliche Störung: Wir werden herausgerufen aus dem bequemen Schlaf der Gewohnheit. Wir sollen wach werden für das, was Gott wachsen lässt – unscheinbar, aber kraftvoll. Ein Spross, der zum Baum wird. Ein Funke, der zum Licht wird.

 

Advent heißt: nicht alles im Griff haben, sondern sich von Gottes Gerechtigkeit überraschen lassen. Sie wächst dort, wo wir sie nicht erwarten – und sie verändert uns, wenn wir uns öffnen.

 

Am kommenden Sonntag, 7. Dezember 2025, um 10.30 Uhr laden wir herzlich zum Familiengottesdienst in die Kirche St. Michael in Nakameguro ein. Dieser Gottesdienst ist etwas ganz Besonderes: Er wird ökumenisch gefeiert – katholisch und evangelisch gemeinsam.

Die evangelische Kreuzkirche lässt an diesem Tag sogar ihren eigenen Gottesdienst ausfallen, damit die ganze Gemeinde mit uns in St. Michael feiern kann. Gemeinsam mit Pfarrer Latz und Pfarrer Quint gestalten wir eine Feier, die zeigt: Einheit und Vielfalt gehören zusammen.

Natürlich kommt auch der Heilige Nikolaus zu Besuch. Er wird den Kindern eine Botschaft mitgeben – über Aufmerksamkeit, Teilen und Helfen in der Adventszeit – und am Ende kleine Geschenke verteilen.

 

Ein weiterer Höhepunkt ist der erste Auftritt des neuen MichaelChores. Der Chor ist ökumenischausgerichtet und lädt alle Singfreudigen herzlich ein. Unter der Leitung von Mert Solmaz, einem international ausgebildeten Pianisten und Korrepetitor, probt der Chor wöchentlich mittwochs von 19:00–20:30 Uhr in St. Michael. Jede Probe enthält eine Einheit zur Stimmbildung, gesungen wird meist vierstimmig mit Orgel- oder Klavierbegleitung. Das Repertoire reicht über verschiedene Epochen und Genres und umfasst Stücke in Deutsch, Englisch, Japanisch, Italienisch und Latein.

 

Der MichaelChor ist offen für alle Stimmen – mit oder ohne Chorerfahrung. Wer Freude am gemeinsamen Singen hat und den Klang mehrstimmiger Chormusik erleben möchte, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen. Notenmaterial wird gestellt.

Ökumenischer FamilienGottesdienst

 

Wir freuen uns auf viele Familien, Kinder und Erwachsene, die mit uns gemeinsam den Weg für den Herrn bereiten – mit adventlicher Freude, ökumenischer Gemeinschaft und neuer Musik. 

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Erster Sonntag im Advent - 30. November 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Advent beginnt nicht mit Glanz und Glitzer, sondern mit einem Ruf: „Wacht auf!“ Die Lesungen dieses Sonntags (Jes 2,1–5 und Mt 24,37–44) stellen uns nicht die Frage, ob wir schon alles vorbereitet haben, sondern ob wir bereit sind, uns unterbrechen zu lassen. Advent ist keine Verlängerung des Jahresend-Stresses, sondern eine Einladung, den Rhythmus zu wechseln: von der Geschäftigkeit zur Wachsamkeit, von der Routine zur Hoffnung.

 

Jesaja zeichnet ein Bild, das größer ist als unsere kleinen Sorgen: Völker, die ihre Waffen zu Werkzeugen machen, Menschen, die sich nicht mehr gegeneinander erheben, sondern gemeinsam zum Licht gehen. Dieses Bild ist keine ferne Utopie, sondern ein Spiegel für unsere Sehnsucht. Es ruft uns heraus aus der Dunkelheit des „So war es immer“ und öffnet den Blick für das „So könnte es sein“.

 

Jesus im Evangelium spricht von Wachsamkeit – nicht als Angst vor dem Ende, sondern als Aufmerksamkeit für das Kommen Gottes im Heute. Advent heißt: nicht verschlafen, was Gott schon jetzt in uns und um uns tut. Wachsam sein für die kleinen Zeichen des Friedens, für die unerwarteten Begegnungen, für das Licht, das sich mitten in der Nacht entzündet.

 

Vielleicht ist das die eigentliche adventliche Haltung: nicht alles im Griff haben, sondern offen sein für das, was größer ist als wir. Advent ist der Mut, sich stören zu lassen – von Hoffnung, die uns aufrichtet, von Licht, das uns überrascht, von Gott, der uns entgegenkommt.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Christkönig-Sonntag (C) - 23. November 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Ein König am Kreuz“

 

Ein König, der nicht herrscht, sondern heilt. 

Ein König, der nicht befiehlt, sondern vergibt. 

Ein König, der nicht thront, sondern trägt.

 

Am Ende des Kirchenjahres steht nicht Triumph, sondern Hingabe. Jesus hängt am Kreuz – zwischen Himmel und Erde, zwischen Spott und Sehnsucht. „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst“, sagt der eine Verbrecher. Und Jesus antwortet: „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,42–43)

  • Was für ein Reich ist das, in das wir eingeladen sind?
  • Was für ein König, der nicht sich rettet, sondern uns rettet.

Christus ist König – nicht über Länder, sondern über Herzen. Sein Reich ist kein Palast, sondern ein Raum der Liebe, der Vergebung, der Nähe. Dort, wo wir einander annehmen, heilen, aufrichten – dort wird sein Reich sichtbar.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, neu zu vertrauen: Dass Gottes Macht sich in Sanftmut zeigt. Dass das Kreuz nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines anderen Königtums.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


33. Sonntag im Jahreskreis (C) - 16. November 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Wenn das Kirchenjahr sich dem Ende zuneigt, werden die Texte ernster, klarer, manchmal fast apokalyptisch. Jesus spricht von Kriegen, Erdbeben, Verfolgung. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Und doch: mitten in dieser Erschütterung leuchtet eine Verheißung auf. 

 

„Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.“ (Mal 3,20)

 

Diese Worte sind wie ein Fenster in dunkler Zeit. Sie erinnern uns: Gottes Licht ist nicht nur Trost, sondern auch Kraft. Es heilt, es richtet auf, es macht uns zu Zeugen – gerade dann, wenn die Welt wankt.

  • Was trägt mich, wenn Sicherheiten zerbrechen?
  • Wie kann ich Hoffnung leben – nicht als Flucht, sondern als Haltung?

Vielleicht ist gerade das unser Zeugnis: Dass wir zusammenkommen, einander stärken, wach bleiben – und so die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen lassen, mitten unter uns.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Weihetag der Lateranbasilika - 9. November 2025

Liebe Freunde von St. Michael! 

 

Am 9. November feiern wir den Weihetag der Lateranbasilika. Als Kathedrale des Bischofs von Rom trägt sie den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises“. Nicht ein Bauwerk allein steht im Mittelpunkt, sondern ein geistliches Prinzip: Die Kirche als Raum der Begegnung, als Leib Christi, als lebendiges Miteinander aus Menschen, die sich tragen, heilen, feiern.

 

Die Lateranbasilika in Rom, einst kaiserliches Geschenk, wurde zum sichtbaren Zeichen für die Einheit der Kirche. Doch ihr tiefstes Fundament besteht nicht aus Marmor, sondern ist aus Vertrauen, Gebet und Hingabe gebaut. Jeder Mensch, der sich öffnet für Gottes Gegenwart, wird selbst zu einem lebendigen Stein in diesem mystischen Bau.

  • Was trägt mich?
  • Wo bin ich Teil eines größeren Ganzen?
  • Wie kann ich heute Raum schaffen – für Licht, für Versöhnung, für Gemeinschaft?

Vielleicht ist dieser Tag eine Einladung, neu zu spüren: Ich bin nicht allein. Ich bin eingebunden in ein heiliges Geflecht aus Gebet und Geschichte, aus Hoffnung und Hingabe. Und dort, wo wir gemeinsam feiern – ob in Rom oder in unserer Gemeinde – dort wird Kirche lebendig.

 

Möge unser Herz selbst zur Basilika werden: weit, offen, geweiht dem Geheimnis Gottes.

 

FamilienGottesdienst am heutigen Sonntag

In diesem Geist laden wir heute herzlich zum FamilienGottesdienst ein – ein Raum für Groß und Klein, für Staunen, Singen und gemeinsames Feiern. Ob mit Kinderlachen, Fragen, Gebeten oder stiller Freude: Hier ist Platz für jede Stimme, jedes Herz, jede Hoffnung.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Allerheiligen und Allerseelen - 2. November 2025

Liebe Freunde von St. Michael! 

 

Am Anfang steht das Gedenken. Nicht nur an die Großen, die Heiligen, deren Namen in Litaneien erklingen, sondern auch an die Stillen, die Verborgenen, die uns geprägt haben – durch Liebe, durch Treue, durch ihr Dasein. Allerheiligen ist das Fest der Verbundenheit mit allen, die in Gottes Licht leben. Allerseelen das Fest der Sehnsucht nach denen, die uns fehlen.

 

Wir bringen beides in die Eucharistie hinein: das Lob der Heiligen und das stille Erinnern an unsere Verstorbenen. Wir entzünden Kerzen – nicht nur für jene, die im vergangenen Jahr gegangen sind, sondern für alle, deren Namen in unseren Herzen wohnen. Für jede und jeden wird das Licht leuchten. Gegen das Vergessen. Gegen das Verstummen der Beziehung. Für die Hoffnung, dass Liebe bleibt.

 

Am Sonntag, 2. November 2025, feiern wir um 10.30 Uhr in St. Michael Nakameguro die Heilige Messe gegen das Vergessen menschlicher Bande und Beziehungen. Alle sind eingeladen – nicht nur die Trauernden, sondern auch die Dankbaren, die Erinnernden, die Hoffenden. Wenn Sie einer besonderen verstorbenen Person gedenken möchten, senden Sie uns gerne den Namen per E-Mail an [email protected].

 

Denn als Christen glauben wir: Die Gemeinschaft der Heiligen ist weit. Sie reicht über den Tod hinaus. Sie verbindet Himmel und Erde. Und in jedem Namen, den wir nennen, leuchtet ein Stück Ewigkeit auf.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


30. Sonntag im Jahreskreis (C) - 26. Oktober 2025

Liebe Freunde von St. Michael! 

 

Zwei Menschen stehen im Tempel. Beide beten. Der eine zählt auf, was er tut, wie er lebt, was ihn auszeichnet. Der andere wagt kaum aufzublicken. Er schlägt sich an die Brust und sagt nur: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Und Jesus sagt: Nicht der Stolze, sondern der Demütige geht gerecht nach Hause.

 

Gebet ist nicht Bühne. Es ist Begegnung. Nicht Selbstdarstellung, sondern Selbsthingabe. Der Pharisäer spricht viel – aber nur über sich. Der Zöllner spricht wenig – aber mit offenem Herzen. Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, das eigene Gebet zu prüfen: Worum geht es mir? Um Rechtfertigung oder um Beziehung? Um Kontrolle oder um Vertrauen?

 

Gott sieht nicht auf Leistung, sondern auf das Herz. Nicht auf Worte, sondern auf Wahrheit. Nicht auf äußere Haltung, sondern auf innere Offenheit. Der Zöllner geht gerecht nach Hause – nicht weil er perfekt ist, sondern weil er ehrlich ist.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag auch eine Einladung, sich selbst nicht zu verurteilen, sondern ehrlich zu sein. Sich nicht zu vergleichen, sondern sich zu zeigen. Denn wer sich öffnet, wird angenommen. Wer sich beugt, wird erhoben. Wer sich Gott anvertraut, geht gerecht nach Hause.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


29. Sonntag im Jahreskreis (C) - 19. Oktober 2025 - Erntedank

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Jesus erzählt von einer Witwe, die nicht aufgibt. Immer wieder geht sie zum Richter, der weder Gott fürchtet noch Menschen achtet. Sie bittet um Gerechtigkeit – und wird abgewiesen. Doch sie bleibt beharrlich. Schließlich gibt der Richter nach, nicht aus Einsicht, sondern aus Erschöpfung. Und Jesus fragt: „Sollte Gott nicht seinen Auserwählten Recht verschaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen?“

 

Gebet ist nicht Magie. Es ist Beziehung. Es ist Vertrauen, das nicht aufgibt. Die Witwe steht für alle, die nicht gehört werden – und trotzdem weiter sprechen. Für alle, die keine Macht haben – und trotzdem nicht schweigen. Für alle, die hoffen – und nicht resignieren.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, selbst wie die Witwe zu beten: beharrlich, ehrlich, mit Herz und Stimme. Nicht, um Gott zu zwingen – sondern um sich selbst zu öffnen. Nicht, um Antworten zu erzwingen – sondern um Beziehung zu leben. Denn Gott hört. Gott sieht. Gott handelt – oft anders, oft später, aber nie gleichgültig.

 

Und vielleicht ist er auch eine Einladung, wie der Richter zu werden – verwandelt durch die Ausdauer der anderen. Bereit, Gerechtigkeit zuzulassen. Bereit, sich berühren zu lassen. Bereit, zu hören.

 

Jesus fragt am Ende: „Wird der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben finden?“ Vielleicht liegt die Antwort in der Witwe. Und in uns. Im Gebet, das bleibt. Im Glauben, der nicht aufgibt. Im Herzen, das hört.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


28. Sonntag im Jahreskreis (C) - 12. Oktober 2025 - Erntedank

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Am Rand stehen zehn Männer, ausgeschlossen, verletzt, voller Hoffnung. Sie rufen nach Erbarmen, und Jesus hört sie. Er schickt sie los – und auf dem Weg geschieht Heilung. Doch nur einer kehrt zurück, fällt nieder, dankt laut. Er ist ein Fremder, und doch erkennt er, was geschehen ist. Dankbarkeit wird hier zur Bewegung: vom Rand zur Mitte, vom Empfang zum Erkennen, vom Geschenk zur Beziehung.

 

Am heutigen Sonntag feiern wir in St. Michael das Erntedankfest – gemeinsam, bunt, mit Kindern und Familien. Im Familiengottesdienst bringen wir Früchte, Gedanken, Gebete – und wir bringen unsere Bitte: um Spenden für die Kinderkantine in Meguro, die Kindern in schwierigen Lebenslagen eine warme Mahlzeit und ein Stück Geborgenheit schenkt (siehe dazu auch die Ankündigung).

 

Erntedank ist nicht nur das Staunen über Fülle, sondern das bewusste Zurückkehren zur Quelle. Nicht nur das Sammeln der Früchte, sondern das Öffnen des Herzens. In der Dankbarkeit liegt Heilung, nicht nur körperlich, sondern innerlich: Wer erkennt, was ihm geschenkt ist, wird verwandelt. Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, selbst zurückzukehren – nicht aus Pflicht, sondern aus Freude. Nicht, weil wir müssen, sondern weil wir sehen. Und weil wir danken wollen. Denn im Danken liegt Segen. Im Danken liegt Beziehung. Im Danken liegt Leben.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


27. Sonntag im Jahreskreis (C) - 5. Oktober 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Stärke unseren Glauben!“ – so bitten die Jünger. Doch Jesu Antwort ist kein sanftes Streicheln, sondern ein Weckruf: Wenn euer Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn… Dann würde selbst der tief verwurzelte Maulbeerbaum sich ins Meer verpflanzen lassen.

 

Ein Senfkorn – winzig, unscheinbar, leicht zu übersehen. Und doch: In ihm steckt ein Potential, das Grenzen sprengt. Glaube ist nicht Leistung, sondern Vertrauen. Nicht Besitz, sondern Bewegung. Nicht Stolz, sondern Dienst.

 

Jesus erzählt weiter vom Knecht, der treu seine Pflicht erfüllt, ohne Dank zu erwarten. Ein unbequemes Bild – und doch ein heilendes: Es befreit vom Zwang, sich selbst zu beweisen. Es lädt ein, einfach zu sein. Zu dienen. Zu glauben, dass im Kleinen das Große wächst.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, das Senfkorn in uns neu zu entdecken. Nicht zu fragen: Wie groß ist mein Glaube? – sondern: Bin ich bereit, ihm Raum zu geben? Bereit, zu dienen, ohne zu rechnen? Bereit, zu vertrauen, dass Gott selbst das Wachstum schenkt?

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Hl. Erzengel Michael - Patronatsfest unserer Pfarrei - 28. September 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

日々是好日 – Jeder Tag ist ein guter Tag. Dieses Zen-Wort lädt uns ein, jeden Tag als Geschenk zu empfangen – nicht nur die leichten, sondern auch die herausfordernden. Es ist eine Haltung der Dankbarkeit, der Achtsamkeit, der inneren Offenheit. Besonders an Tagen, an denen wir innehalten und feiern, wird spürbar, was uns trägt und verbindet.

 

An Sonntag, dem 28. September 2025, feiern wir das Patronatsfest unseres Kirchenpatrons: den Heiligen Erzengel Michael. Michael ist mehr als ein himmlischer Streiter. Er ist Patron der Deutschen – seit der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955, als König Otto I. unter seinem Banner siegte. Und er ist auch Patron Japans, wo seine Verehrung in der katholischen Kirche lebendig ist. In ihm begegnen sich Kulturen, Zeiten und geistliche Sehnsucht: nach Schutz, nach Klarheit, nach dem Sieg des Guten.

 

Vielleicht ist das die Einladung dieses Festes: den eigenen Alltag unter Michaels Banner zu stellen. Nicht mit Kampfeslust, sondern mit Vertrauen. Nicht mit Macht, sondern mit dem Mut zur Wahrheit. Nicht mit Angst, sondern mit der Gewissheit, dass Gottes Licht stärker ist als jede Dunkelheit.

 

Möge dieser Tag ein „好日“ sein – ein guter Tag, getragen von Segen und Gemeinschaft.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


25. Sonntag im Jahreskreis (C) - 21. September 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung!“ – Lukas 16,2

Die Lesungen dieses Sonntags sind ein Weckruf. Der Prophet Amos prangert eine Gesellschaft an, in der wirtschaftliche Interessen über Gerechtigkeit triumphieren. Er entlarvt die Mächtigen, die mit gefälschten Gewichten handeln und die Armen für ein Paar Sandalen verkaufen. Paulus ruft dennoch dazu auf, für alle Menschen zu beten – auch für die Herrschenden – denn Gott will, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

 

Jesus erzählt vom ungerechten Verwalter, der sich mit List einen Platz in der Zukunft sichert. Ein Gleichnis, das irritiert – und doch herausfordert: Wie gehen wir mit dem anvertrauten Gut um? Mit Geld, Einfluss, Zeit? Sind wir klug im Sinne des Evangeliums?

 

Der Sonntag lädt uns ein, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für unser eigenes Leben, sondern auch für die Strukturen, in denen wir leben. Gerechtigkeit beginnt dort, wo wir nicht wegsehen, sondern handeln. Und wo wir uns fragen: Wie kann ich mit dem, was mir gegeben ist, zum Segen für andere werden?

 

Am heutigen Wochenende feiern wir die Hl. Messe am Samstagabend, um 19.00 Uhr. Am Sonntag wird es ausnahmsweise keine Hl. Messe in St. Michael geben. 

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


Fest Kreuzerhöhung - 14. September 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Das Kreuz – für viele ein alltägliches Symbol, für uns Christen das Herz unseres Glaubens. Am Fest der Kreuzerhöhung blicken wir nicht auf ein Folterinstrument, sondern auf das Zeichen der größten Liebe: 

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16)

 

Das Kreuz erinnert uns daran, dass Gott sich nicht von Leid, Schuld oder Tod abhalten lässt, uns nahe zu sein. Es ist nicht das Ende, sondern der Durchgang zum Leben. Wo wir in unserem Alltag Schweres tragen, dürfen wir wissen: Christus trägt mit. Und wo wir am Kreuz festhalten, werden wir – wie er – zur Auferstehung geführt.

 

Gedanke für die Woche: Vielleicht können wir in den kommenden Tagen bewusst ein Kreuzzeichen machen – nicht aus Gewohnheit, sondern als Bekenntnis: „Herr, ich vertraue dir – mitten in meinem Leben, mit allem, was es trägt.“

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


23. Sonntag im Jahreskreis (C) - 7. September 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

Was kostet mich mein Glaube?

 

Jesus spricht von Nachfolge – und davon, dass sie etwas kostet. Nicht Geld, sondern Herz, Haltung und manchmal auch Mut. Er fordert uns auf, zu rechnen: Bin ich bereit, diesen Weg zu gehen, auch wenn er unbequem wird?

 

In einer Welt, die auf Effizienz, Erfolg und Selbstoptimierung setzt, wirkt Jesu Einladung fast wie ein Widerspruch. Er ruft nicht zur Selbstverwirklichung, sondern zur Selbsthingabe. Nicht zum schnellen Glück, sondern zur tiefen Treue.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag eine Einladung, ehrlich zu fragen: Was bin ich bereit zu investieren – an Zeit, Vertrauen, Liebe – damit mein Glaube nicht nur Theorie bleibt, sondern gelebte Wirklichkeit wird?

 

Denn echte Nachfolge beginnt nicht erst im großen Drama, sondern im kleinen Alltag: 

  • Beim Zuhören, wo andere schweigen. 
  • Beim Teilen, wo andere festhalten. 
  • Beim Bleiben, wo andere gehen.

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


22. Sonntag im Jahreskreis (C) - 31. August 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Mein Kind, bei all deinem Tun bleibe bescheiden, dann wirst du geliebt von allen Menschen.“ (Sir 3,17)

 

Demut ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von innerer Stärke. Sie ist die Haltung derer, die wissen, dass Größe nicht darin liegt, sich aufzublähen, sondern darin, sich zu öffnen – für den anderen, für das Leben, für Gott.

 

Der alttestamentliche Prophet Jesus Sirach spricht nicht von falscher Bescheidenheit, sondern von einer Haltung, die aus der Tiefe kommt. Wer demütig ist, hört besser, sieht klarer, urteilt milder. Die Demut macht uns durchlässig für das, was größer ist als wir selbst – für Weisheit, für Liebe, für Gnade.

 

In einer Welt, die oft laut ist und nach Aufmerksamkeit strebt, ist Demut wie ein stiller Garten. Sie lädt ein, innezuhalten, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen – und gerade darin wichtig zu werden für andere.

 

Vielleicht ist das unsere Einladung in dieser Woche: nicht höher zu steigen, sondern tiefer zu schauen. Nicht zu herrschen, sondern zu dienen. Nicht zu glänzen, sondern zu leuchten – aus einer Quelle, die nicht uns selbst gehört.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.


21. Sonntag im Jahreskreis (C)  - 24. August 2025

Liebe Freunde von St. Michael!

 

„Durch das enge Tor“ – Einladung zur Entscheidung

 

Jesus spricht heute von einem Tor, das eng ist. Kein bequemes Durchschlendern, kein automatischer Eintritt. Es braucht Einsatz, Entscheidung, Bereitschaft. Das klingt herausfordernd – und ist es auch. Aber es ist keine Drohung, sondern eine Einladung.

 

Die enge Tür steht für den Weg der Liebe, der Wahrheit, der Hingabe. Sie ist eng, weil sie nicht mit Egoismus, Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit kompatibel ist. Wer hindurch will, muss Ballast abwerfen: Groll, Stolz, Trägheit. Das ist unbequem – aber befreiend.

 

Jesus ruft uns nicht zur Angst, sondern zur Wachheit. Er sagt: „Viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“ Nicht, weil Gott sie ausschließt, sondern weil sie sich selbst nicht auf den Weg machen. Der Himmel ist kein Ort für Zuschauer, sondern für Mitgehende.

 

Vielleicht ist dieser Sonntag eine gute Gelegenheit, sich zu fragen: Was hindert mich, durch das enge Tor zu gehen? Was darf ich loslassen, um freier zu werden für Gottes Nähe?

 

Die Tür ist offen. Aber sie wartet auf unsere Entscheidung.

 

Ihr und euer Pfarrer Mirco Quint.