„Gott ist Ursprung und Ziel“ - Kenkoku Kinen no Hi
von Pfarrer Mirco Quint, Tokyo
Am 11. Februar feiert Japan den Kenkoku Kinen no Hi, den „Tag der Reichsgründung“. Er erinnert an die legendäre Thronbesteigung des ersten Kaisers Jimmu, der nach der Shinto-Tradition von den Göttern abstammt. Auch wenn die historische Faktenlage unsicher ist, bleibt die Symbolik stark: Ein Volk besinnt sich auf seine Ursprünge, auf die Frage, woher es kommt und was es zusammenhält.
Für uns kann dieser Feiertag ein Anlass sein, über unsere eigenen Wurzeln nachzudenken. Wir wissen: Unsere Herkunft liegt nicht in Mythen oder Macht, sondern in Gott selbst. „Er ist der Ursprung und das Ziel“ (vgl. Offb 22,13). In der Taufe sind wir hineingenommen in eine Geschichte, die größer ist als Nationen und Grenzen – die Geschichte Gottes mit den Menschen.
Der japanische Feiertag zeigt uns: Gemeinschaft braucht Erinnerung. Wer seine Ursprünge vergisst, verliert Orientierung. Auch wir als Kirche sind gerufen, uns immer wieder zu vergewissern, woher wir kommen: aus Gottes Liebe. Und wir dürfen uns fragen, was uns zusammenhält: nicht Blut oder Boden, sondern der Glaube an Christus, der uns zu Brüdern und Schwestern macht.
So kann der Kenkoku Kinen no Hi für uns ein Spiegel sein: Er lädt uns ein, dankbar auf unsere Wurzeln zu schauen und zugleich mutig nach vorne zu gehen. Denn Gott ist nicht nur Anfang, sondern auch Zukunft. In ihm finden wir unsere wahre „Reichsgründung“ – das Reich Gottes, das schon hier beginnt und in Ewigkeit vollendet wird.

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