„Die Welt ist uns anvertraut“ - Greenery Day
von Pfarrer Mirco Quint
Am 4. Mai feiert Japan den Greenery Day (Midori no Hi). Ursprünglich war dieser Tag dem früheren Kaiser Shōwa gewidmet, der eine große Liebe zur Natur hatte. Heute ist er ein Feiertag, der bewusst die Schönheit und Verletzlichkeit der Schöpfung in den Mittelpunkt stellt. Viele Menschen gehen an diesem Tag in Parks, besuchen Gärten oder verbringen Zeit im Grünen. Es ist ein stiller Dank an die Natur – und ein Aufruf, sie zu schützen.
Für uns, die wir in Japan leben, ist dieser Tag ein starkes Zeichen. Die Natur ist hier nicht nur Kulisse, sondern Lebensraum: Meere, Berge, Wälder, Reisfelder, Küsten, Städte voller Grün. Wir erleben täglich, wie kostbar und zugleich bedroht diese Welt ist. Greenery Day erinnert uns daran, dass wir Teil dieser Schöpfung sind – nicht ihre Besitzer, sondern ihre Hüter.
Auch unser Glaube spricht diese Sprache. Die Bibel beginnt mit einem Garten, nicht mit einer Stadt. Gott stellt den Menschen in die Schöpfung und sagt: „Bebaut und bewahrt sie“ (vgl. Gen 2,15). Das ist kein romantischer Auftrag, sondern ein zutiefst ethischer: Wir sollen die Welt gestalten – und zugleich schützen. Wir sollen genießen – und zugleich Verantwortung tragen.
Vielleicht fragen wir uns heute:
- Wo ist mein eigener Zugang zur Natur?
- Wo spüre ich Dankbarkeit – und wo Verantwortung?
- Und wie kann ich im Kleinen beginnen, Gottes Schöpfung zu achten: durch Achtsamkeit, durch Verzicht, durch Staunen?
Greenery Day lädt uns ein, die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen. Nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Geschenk. Nicht als Ressource, sondern als Lebensraum, der uns anvertraut ist.
Möge dieser Tag uns neu spüren lassen, dass Gott uns in eine Welt gestellt hat, die atmet, wächst, blüht – und die unsere Liebe braucht.

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Marianne (Mittwoch, 06 Mai 2026 04:57)
Ja, der gestrige Tag hat wieder einmal gezeigt, wie fragil menschliches Leben ist, wie sehr die gesamte Schöpfung auf Liebe, Respekt, Schutz und Achtsamkeit angewiesen ist - wir Menschen genauso wie die Erde, die Natur, die Tiere. Gehen wir bewusst in jeden neuen Tag und schätzen was uns geschenkt ist.